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Biergärten

Der Liederkranz in der Friedrichsau - Jazz und Swing unter den Arkaden

Der Liederkranz in der Friedrichsau besticht durch seine Architektur. Die geschwungenen Arkaden mit der kleinen Bühne schließen Tische und Stühle hufeisenförmig ein, rundum wachsen Kastanien und Ahornbäume. In diesem Ensemble fühlt man sich als Gast gut aufgehoben.

Selbst wenn das Wetter mehr an den Frühherbst erinnert als an den Sommer, und die Luft kühl ist statt heiß, versprüht der Biergarten Liederkranz in der Friedrichsau seinen eigenen Charme : Der frisch gerechte Kies knirscht unter den Füßen, die bunten Glühbirnen schaukeln im Wind und die Blätter der Riesigen Kastanien und Ahornbäume rauschen. Abgerundet wird das Bild durch das hufeisenförmige Gebäude mit den Arkaden, in dessen Mittelpunkt die Bühne liegt.

Dort singen, damals wie heute, Chöre des Ulmer Sängergaus in schöner Regelmäßigkeit ihr Mittwochabendlied. Und dort treten auch die Musiker auf, die der Pächter Klaus Litke seit neun Jahren für Samstag oder Sonntag engagiert und derer Kunst seine Gäste ebenfalls kostenlos genießen können. Litke Konzept: Die Tradition erhalten, aber trotzdem vor allem jüngeren Leuten etwas bieten. "Ich bin kein Konzertveranstalter, aber ich will meine Gäste unterhalten."

Das Repertoire ist abwechslungsreich: Jazz Swing, Blues. Auch Gitarre mit Gesang gehört dazu- wie der Musiker Ralph Flinn beispielsweise, der Eric Clapton oder Simon and Garfunkel interpretiert. Dass im Liederkranz die Musik spielt, hat sich inzwischen herumgesprochen, viele Gäste machen sich speziell deshalb auf den Weg in die Friedrichsau. Im Liederkranz muss sich der Gast selbst bedienen. Das mag dem einen oder Anderen nicht gefallen - Tatsache ist aber, dass das System Litke funktioniert. Auch wenn der Laden voll ist; Lange Wartezeiten gibt es nicht. Am ersten Ausschank wird bestellt und bezahlt, am nächsten bekommt man das Getränk. Speisen sind nummeriert und werden ausgerufen, sobald sie fertig sind. So kommt der Pächter an guten Tagen mit höchstens vier Aushilfen zurecht, an weniger guten Tagen mit zwei. "Wenn sich die Gäste schon selber ihre Bestellungen abholen, dann soll es wenigstens schnell gehen", meint Litke. Übrigens: Wer will, darf auch sein eigenes Vesper mitbringen.

Litkes Karte bietet eine breite Palette an Speisen: Schwäbisches, Deftiges, Fisch, auch Calamari, Rehrücken und Leichtes wie Salate. "Unsere Salate sind besonders beliebt" erklärt Litke. Die Preis sind angemessen, nicht billig, aber auch nicht teuer. Die Qual der Wahl haben auch Vegetarier : eine ganze Seite an Gerichten wird angeboten. Die Portion Pommes - für Kinder obligatorisch - ist reichlich. Und die Fritten sind knusprig.

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Auszug aus der Südwest-Presse vom 18.07.2000


 

Leserbrief aus der Südwestpresse vom 10. August 2000